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Jahreshauptversammlung des Zuchtbezirkes NBL 2013

March 10, 2013

 

Zusammenfassung der Jahreshauptversammung

des ZBZ NBL im Hotel Fliegerheim, Borkheide, am 10.März 2013

(Bericht und Fotos von Annkatrin Rabe)

Am zweiten Märzsonntag hielt der Zuchtbezirk NBL seine diesjährige Jahreshauptversammlung wenige Kilometer südlich von Berlin wie schon im Vorjahr im Hotel Fliegerheim bei Beelitz ab.
Trotz widriger Anreiseverhältnisse durch einen plötzlichen Wintereinbruch war die Versammlung mit 45 stimmberechtigten anwesenden Mitgliedern in der Lage, die anstehenden Wahlen durchzuführen. Als Ehrengäste konnte Zuchtbezirksvorsitzender Friedhelm Mencke den stellvertretenden Vorsitzenden des geschäftsführenden Vorstandes Hans Werner Paul sowie Herrn Kirsch vom Haupt- und Landgestüt Neustadt-Dosse begrüßen.

In seinem Vortrag gab Friedhelm Mencke einen Überblick über das Zuchtgeschehen in den Neuen Bundesländern: Die Anzahl der registrierten Züchter ist mit 260 leicht gesunken dafür ist die Zahl der Persönlichen Mitglieder auf 187 gestiegen.
Haupt-Ereignisse im Zuchtbezirk sind die Stuteneintragungen in Ganschow und Moritzburg. Dem Bundestrend entsprechend sind die Eintragungs- Zahlen leicht rückläufig. Dabei konnten von 32 zentral vorgestellten Stuten 56% zur Verbandsprämie vorgeschlagen werden. 23 Stuten wurden dezentral eingetragen. Insgesamt verzeichnete der Zuchtbezirk 421 Stuten in 2012. Seit 1994 ist mit 175 im Jahr 2012 vorgestellten Fohlen die Zahl der aufgenommenen Fohlen erstmals deutlich unter die 200er Marke gesunken. Die Qualität der Fohlen hat sich aber stetig verbessert: 102 Fohlen lagen in der Bewertung bei 54 Punkten und besser. Der Vorsitzende dankte für die gut organisierten Brennplätze, die Begegnungsmöglichkeiten für Züchter und ein breiteres Publikum böten. Herausragend sind hier die Traditionsveranstaltungen des Gestütes am Kirschberg bei Familie Kunath, des Gestütes Terra Nova von Klaus Marggraf in Crivitz, der von Familie Peters organisierte Brennplatz in Wust, um nur einige zu nennen.

Als weitere Veranstaltungen im Zuchtbezirk wurden der Freispringwettbewerb in Gordemitz, das Fohlenchampionat in Graditz sowie Züchterstammtische in Graditz und Schwichtenberg genannt.
Auf dem Bundesturnier 2013 in Hannover wird es eine neue Prüfung für Trakehner Freizeitpferde geben.

Als 2. Reservesieger vertrat der Hengst Whizzkid v. Syriano a.d. Waluna v. Uckermärker-Helikon xx aus der Zucht von Johannes Mangold, vorgestellt von der Besitzergemeinschaft H.-P. Kleinfeld / van Uytert, die neuen Bundesländer eindrucksvoll! Ebenso gab der Halbblüter Maybach v. Zigeunerheld xx a.d. Molly Malone mit einem 3. Platz bei den 6-jährigen Geländepferden auf dem Bucha 2012 eine hervorragende Visitenkarte ab.

 

Als „schnellste Frau des Zuchtbezirkes“ empfing Frau Grigoleit die silberne Nadel des Trakehner Verbandes aus der Hand von Herrn Paul als Auszeichnung. Sie hat fünf mal am Trakehner Rennen in Hassloch und Darmstadt teilgenommen, konnte es zwei mal gewinnen und verließ dreimal als Zweite den Rennplatz!

 

 

Geehrt wurde Swantje Arzt, Tochter von unserem Mitglied Hendrijke Arzt aus Barnewitz. Nach einem tragischen Sturz beim Vielseitigkeitstraining mit Folge einer schweren Rückenwirbelverletzung kam sie 2012 im Rahmen des Brandenburger Behindertensportes (Behindertenklasse Grad 3) in der Dressur zu Meisterehren und wurde ausgezeichnet.

Birgit Dammer, die in Thüringen die Landesmeisterschaften der Senioren im Springen auf Ultimo ( Z..u B. H. Keitel) gewinnen konnte, erhielt eine Auszeichnung, ebenso wie ihr Trainer Bernd Ludolf. Stellvetretend für die erfolgreichen Jungzüchter nahm Clarissa Szulesynskich eine Ehrung entgegen.

Nadja Fischer berichtetete über die erfolgreiche Teilnahme der Jungzüchter an diversen Wettbewerben, eine Auswahlmannschaft von vier Jungzüchtern aus den NBL qualifizierte sich für die Deutschen Meisterschaften! Hier brillierte Kenneth Domdey mit einem 1. Platz. Vom 12. bis 14. April ist ein Lehrgang auf Rügen geplant. Saisonziel ist die Teilnahme bei den Deutschen Meisterschaften im HuL Neustadt/Dosse. Daneben runden Helfereinsätze bei den Stuteneintragungen, dem Fohlenchampionat in Graditz sowie beim Hengstmarkt das vielseitige Programm ab.

Der Haushalt des Zuchtbezirkes liegt bei Herrn Fischer, der ihn auch vortrug, in bewährten und sicheren Händen.
Den sehr informativen Sportbericht hatte Kerstin Kempf in Fleißarbeit aus verschiedenen Dateien zusammengestellt. Im Einzelnen sind die Tabellen auf der Internetseite unseres Zuchtbezirkes veröffentlicht und können dort vom interessierten Leser eingesehen werden! Besonders auffallend ist das gute Abschneiden von Pferden aus den NBL nach Jahresgewinnsummen beim Springen auf Bundesebene. Wie schon im vergangenen Jahr hält hier „Der Dürer“ v. Waitaki-Trafaret mit 8570,- € auf Bundesebene und im ZB die Spitze, auf Platz 2 liegt die Stute Abahatschi v. Waitaki-Atreus ( Z. Jürgen Ebel)mit 4.109,-€ JGS , gefolgt von Ustinov v, Abasko xx-Ralf ( Z. W.Günther) und Kurt v. Nerv-Egoist (Z. H.Stein) unter U.Buschmann.

Hans Werner Paul lobte zu Beginn seiner Ansprache, wie sehr es im ZB NBL um das Pferd und die Reiterei ginge, daß erlebe er nirgendwo sonst in dieser Geschlossenheit. Besorgt formulierte er „wir bewegen uns im Rückwärtsgang“. Dabei sei der Hengstmarkt ein Highlight gewesen, ebenso wie es nun gelungen sei, den Schenkelbrand durch Zusammenstehen der deutschen Zuchtverbände zu erhalten. Verstärkung im Hauptamt und Entlastung für den Zuchtleiter ist durch den 33 jährigen Dr. André Hahn, der gewissermaßen ein hippologischer „Ziehsohn“ von Steffen Bothendorf sei, eingezogen. Er ging auf den Rücktritt von Herrn Martin Kessler kurz ein und erläuterte seine Sicht zu den Ereignissen, die schweigend zur Kenntnis genommen wurde.Die genomische Forschung, die den Einfluss des Reiters vielleicht nicht genügend berücksichtige, würde von den Tierzuchtinstituten voran getrieben und der Trakehner Verband könne das nicht an sich vorbei ziehen lassen, man müsse dabei sein! Auch bei den Körungen, die immer mehr zu Show und Zirkus gerieten, spiele der Einfluss des Menschen auf das Tier eine immer größere Rolle. Die Untergrenze von 1000 Fohlen dürfe nicht unterschritten werden, „wir müssen nach vor schauen!“ plädierte der stellvertretende Vorsitzende.

Diesen Gedanken griff Steffen Bothendorf in seinem Vortrag über Hengstleistungsprüfungen auf und stellte seinem Thema den Gedanken „wer sich nicht mit der Zukunft beschäftigt, der wird auch keine haben!“ voran. Die HLP sind in ihrer Durchführung ein Dauerthema. Der Leiter des sächsischen Hauptgestütes formulierte folgende Fragen:
- welchen Einfluß auf den Zuchtfortschritt hat die HLP
- was bedeutet Zuchtfortschritt in einer kleinen Population.
- Kann man im Rahmen der HLP die genetischen „Drift“ ermitteln?
- wie komme ich schnell zu einer Aussage über den Probanden?
Steffen Bothendorf berichtete die HLP-Richtlinien hätten.innerhalb von drei Jahren fünf Änderungen erfahren. Diese Tatsache spräche zur Andeutung der Probleme für sich.
Der 30-Tage-Test ist eine Veranlagungsprüfung, bei der das Pferd so wenig wie möglich „beeinflusst“ sein soll, beim 70-Tage-Test ist das Pferd in seiner performance durch Arbeit und Reiter beeinflusst. Mittels des BLUP-Verfahrens versucht man zu schätzen, wie hoch der Erbwert bestimmter Eigenschaften, wie z.B. Schritt, Trab, Galopp, Rittigkeit und Freisprinegen, genetisch verankert sind. Der Erblichkeitsgrad, die Heritabilität für die genannten Kriterien, liegt etwa zwischen 0.3 und 0.4, das ist niedrig bis mittelmäßig.
Eine Exterieurauswahl bei den zukünftigen Vatertieren müsse beibehalten werden, ebenso wie eine HLP.
Im Endeffekt lautete Steffen Bothendorfs Credo für die Trakehnerzucht, die Reinzucht sollte beibehalten werden, es gäbe genügend Möglichkeiten zur genetischn Auflockerung durch Nutzung internationaler Genpools und durch den Einsatz von Edelblut.
Dabei stellen sich die Fragen:
- benötigen wir eine eigene Leistungsprüfung für Stuten und Hengste der Veredlerrassen (sofern sie nicht eine Eigenleistung erbracht haben)
- welche Entwicklung hinsichtlich der Leistungs- und Exterieurprüfung muß unsere Rasse durchlaufen?
Neue wissenschaftliche Herausforderung sei das Thema „genomische Selektion“, wie sie schon in der Nutztierhaltung angewendet werde. Ähnlich wie schon Hans Werner Paul in seiner Ansprache formulierte Bothendorf: „Wenn wir sagen wir wollen`s nicht, wissen wir auch nicht ob`s gut für uns ist.“ So könne man sich vielleicht Hilfestellung bei Erbkrankheiten erhoffen. Als wichtigsten züchterischen Rat gab der Gestütsleiter seinem Auditorium mit: „Vergesst die alten Stutenfamilien nicht!“

Parallel liefen die Wahlen diszipliniert ab. Die Versammlung bestätigte Friedhelm Mencke als ersten Vorsitzender unseres Zuchtbezirkes mit höchster Stimmzahl. Karl Friedrich Peters und Steffen Bothendorf als erster und zweiter Stellvertreter wurden aus dem Kreise der sieben Delegierten gleichfalls voll bestätigt, die alle ebenfalls zuvor wiedergewählt worden waren.
Damit folgte die Wahlversammlung allen Vorschlägen des Vorstandes unseres Zuchtbezirkes, auch mit der Annahme einiger jüngerer, hervorragend qualifizierter Kandidaten als Verstärkung bei den 14 vorgeschlagenen Ersatz-Delegierten.

Die Namen lauten:

Bezirksvorsitzender: Herr Friedhelm Mencke
1. Stellvertreter: Herr Karl-Friedrich Peters
2. Stellvertreter: Herr Steffen Bothendorf

Delegierte aus Mecklenburg/Vorpommern: Herr Klaus-Dieter Marggraf, Frau Annkatrin Rabe
Ersatz-Delegierte: Frau Gudrun Bartels, Herr Dirk Kiewald

Delegierte aus Berlin/Brandenburg: Frau Kerstin Kempf, Herr Ingo Wendt
Ersatz-Delegierte: Frau Gerlind Roehricht, Herr Jörg Kotenbeutel, Frau Katja Brune

Delegierte aus Sachsen-Anhalt: Herr Karl-Friedrich Peters
Ersatz-Delegierter: Herr Gerd Elste, Herr Eckard Fischer, Frau Nadja Fischer, Frau Susanne Rowehl

Delegierte aus Thüringen: Herr Harald Keitel
Ersatz-Delegierte: Frau Birgit Dammer, Herr Bernd Ludolph

Delegierte aus Sachsen: Herr Steffen Bothendorf
Ersatz-Delegierter: Herr Hans-Otto Loewe, Herr Peter Kunath, Frau Nicole Volkmann

In die Bewertungs-Kommission wurden gewählt:

Herr Ingo Wendt
Herr Hans-Otto Loewe
Herr Gerd Elste
Herr Karl-Friedrich Peters
Herr Jörg Kotenbeutel
Herr Steffen Bothendorf
Frau Nadja Fischer
Frau Nicole Volkmann

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